20. Juni: Höhlensteintal und Misurina
Nach einer schwülwarmen Nacht war es morgens leicht bewölkt. Für den Nachmittag waren Gewitter angesagt. Da ich dummerweise meine gute Regenjacke zuhause vergessen hatte (wie kann man nur so blöd sein...?), gab ich meinen ursprünglichen Plan auf, von Lienz aus durch das Pustertal (über den Drau-Radweg) über Toblach nach Misurina zu fahren. Ich fuhr stattdessen bis zu österreich-italienischen Grenze und stieg dort aufs Rad. Die ersten Kilometer bis nach Toblach waren wider Erwarten sehr anstrengend, weil die Strasse leicht ansteigend war und mir gleichzeitig kräftiger Gegenwind ins Gesicht blies. Dazu viel Auto- und LKW-Verkehr.

Endlich konnte ich in Toblach abbiegen und gleich wurden Erinnerungen war. Hier durch dieses Tal hinauf nach Misurina und weiter zum Tre Croci und nach Cortina führte 1993 meine erste richtige Radtour durch die Berge.

Auf meinen eigenen Spuren begab ich mich nun also ins wunderbare Höhlensteintal. Ein erster Stopp am Toblacher See, dann geht es weiter hinein und stets leicht bergauf. Ein kurzer Blick an der richtigen Stelle zu den Drei Zinnen (die aber fast ganz in Wolken sind),

ein paar Photos am Dürrensteinsee mit dem fantastischen Cristalo-Massiv im Hintergrund.

Danach geht es sechs Kilometer recht steil, aber nie wirklich schwierig hinauf nach Misurina.

Dann bin ich oben, genieße den stillen See (wenn ich nicht gerade zu den vielen Souvenir-Läden hinüberschaue) und die Bergwelt ringsum. Ich überlege, ob ich weiter zum Tre Croci und über Cortina und den Gemärkepass zurückfahren soll. Da es aber ringsum ziemlich quillt (und ich ja den Jacke nicht mit hatte), entscheide ich mich für die Rückfahrt (es hat dann allerdings keinen Tropfen Regen den ganzen Tag gegeben).

Also mit großem Tempo hinunter, noch mal einen Stopp am Dürrensteinsee, wo der Cristalo nun viel freier zu sehen ist. Auch am Toblacher See ist das Licht nun für Photos viel geeigneter.

Von Toblach zurück bis zur Grenze schiebt mich und ein kräftiger Rückenwind mit hoher Geschwindigkeit zu meinem Auto zurück und entschädigt mich für die Anstrengung der Hinfahrt.
