Matthias Jung

 

 

 

17. Juni: Fuscher Törl

Der Großglockner stand schon viele Jahre auf meiner "Wunschliste". In diesem Jahr war es dann soweit. Am Sonntag, den 16. Juni kam ich nachmittags bei sehr warmen und schwülen Wetter in Zell am See an und stellte mich auf den Campingplatz Südufer (mit einer sehr freundlichen Chefin - Link: http://www.camping-suedufer.at/) Nach einer kleinen Pause beschloss ich ein wenig umher zu fahren und machte mich nach Kaprun auf. Prompt kam ein Gewitter und damit verbunden ein Temperatursturz von über 30 Grad auf 15 Grad. Ziemlich nass kam ich zurück.

Am nächsten Morgen war von dem Gewitter nur noch Nebel übrig. Ich also aufs Rad und los ging´s Richtung Glocknerstrasse. Erstmals hatte ich in diesem Jahr neben der bewährten Leica SL2 auch die digitale Kamera Canon Powershot G1 dabei. Von ihr stammen alle Photos auf dieser und den folgenden Seiten. Es stand für mich außer Frage, beide Kameras mit zu nehmen. Neben dem Radfahren ist in den letzten zwei Jahren das Photografieren wieder zu einer Leidenschaft von mir geworden.

Fuscher Törl

Nach kurzer Zeit lichtete sich der Nebel und gab schon hier und da den Blick auf die Berge frei. Bis Fusch passierte überhaupt nichts, danach ging es auch nur sehr mäßig bergan. Direkt hinter der Mautstelle änderte sich das Bild, und von nun an ließ die 10-12% Steigung nicht mehr nach. 

Fuscher Törl

Das war ganz schön hart. Langsam komme ich nach oben. Die Strasse ist in tadellosen Zustand, hierfür würde ich auch einen Obolus als Radfahrer zahlen.

Fuscher Törl

Kehren kommen und Kehren gehen, die Steigung bleibt. Es ist heiß, im Tal so um die 30 Grad im Schatten, wie die Bilder zeigen war es absolut wolkenlos, dementsprechend lief der Schweiß in Strömen. Die Streckenführung ist grandios, hinter vielen Kurven gibt es ganz neue Ausblicke auf die Strasse. Die Berge im Hintergrund rücken immer näher.

Fuscher Törl

Höher und höher quäle ich mich, mache viele Pausen, nicht nur, um viele Photos zu schießen.

Fuscher Törl

Ab Kilometer 4,9 vor dem Fuscher Törl geben kleine rote Schilder Auskunft über die Streckenlänge, die noch zu bewältigen ist. Besonders schön fand ich die Kehre 10 (alle Kehren haben Namen).

Fuscher Törl

Endlich sehe ich weit voraus das Fuscher Törl (eine Gedenkstätte für die beim Bau der Straße verunglückten Arbeiter). 

Fuscher Törl

Aber der Weg ist noch lang.

Fuscher Törl

Doch irgendwann ist es geschafft. einige Motorradfahrer gratulieren mir, können es nicht fassen, dass Menschen hier mit dem Fahrrad hochfahren (manchmal verstehe ich das ja auch nicht...). Na ja, ich war keineswegs der einzige Radfahrer und auch nicht der schnellste an diesem Tag. Ich bin in den 3,5 Stunden von Zell bis hier etwa 30 Radfahren (und einer Radfahrerin) begegnet.

Fuscher Törl

Ich esse im Restaurant  Fuschertörl zu Mittag, weil ich eigentlich noch auf die Edelweißspitze will. Vom Restaurant aus entsteht auch dieses Photo, welches die tolle Streckenführung verdeutlicht. Von rechts bin ich hoch gekommen, links geht es weiter zum Hochtor. Nach dem Essen mache ich mich wieder auf, merke aber nach zweihundert Metern, dass die Strasse hinauf zur Edelweißspitze gepflastert ist und darüber hinaus sehr schmal ist. Das will ich mir und meinem Rad nicht antun, kehre um und rase auf dem vorzüglichen Straßenbelag in etwas mehr als einer Stunde zu Tal.

(Da es im Tal kochend heiß ist, beschließe ich am Nachmittag noch mal mit dem Auto hinauf zu fahren, zum Hochtortunnel und zur Edelweißspitze. Das bestätigte dann noch einmal meine Entscheidung, hier umzukehren. Diese extrem schmale Pflasterstrasse ist aus meiner Sicht höchstens mit einem Mountainbike zu bezwingen, mit Renn- oder Trekkingrad besser nicht. Da widerspreche ich Geser in seinem Radreiseführer ganz entschieden, der die Fahrt zur Edelweißspitze geradezu für geboten hält. Von der Aussicht ganz sicher, aber nicht von der Strasse her.)