Matthias Jung

 

 

 

Gotthard und Nufenen (Donnerstag, 12. Juni)

Früh um 8 verließ ich Andermatt Richtung Hospental, um über Gotthard und Nufenen zu fahren. In Hospental beginnt die Strasse auch gleich richtig zu steigen. Aber die Sonne ist noch nicht so hoch, so dass ich lange im Schatten fahren kann. So gewinne ich schnell an Höhe. Es ist nur wenig Verkehr, einige Autos, ein paar Motorräder und überhaupt kein einziges anderes Fahrrad. 

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Nach etwa einer Stunde erreiche ich den Bereich der Passhöhe, folge dem Fahrradschild und bereue es schnell: Kopfsteinpflaster, und das noch fast zwei Kilometer lang. Reichlich genervt durch das Gerüttele erreiche ich dann die trostlose Passhöhe. 

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Ohne zu verweilen - es ist inzwischen so warm, dass ich nicht mal etwas überziehen muss - stürze ich mich die neue Trasse hinunter, die Tremola mit ihrem Kopfsteinpflaster würde ich vielleicht noch mal hoch (nach 1997), aber ganz bestimmt nicht abwärts befahren. 

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Zudem ja die untersten 5 Kilometer auf dieser alten Schüttelstrasse zurückgelegt werden müssen, da hier die neue Strasse zur Schnellstrasse erklärt worden ist. 

Die Abfahrt auf der bestens ausgebauten Strasse ist rasant und eröffnet immer wieder tolle Ausblicke, aber auch Einblicke in die Strassenbaukunst.

Ich kann auch schon einen Blick Richtung Val Bedretto/Nufenen werfen.

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Und auch der Verkehrsknotenpunkt Airolo steht mir schonungslos vor Augen.

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Dann die bereits angekündigten 5 Km Kopfsteinpflaster.

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In Airolo angelangt, finde ich schnell die Strasse in die Val Bedretto Richtung Nufenen. Die Kehren der Gotthardtrasse sind gut zu erkennen.

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Ein Schild verweist mich darauf, dass es genau 23 Kilometer bis zur Passhöhe sind (vielleicht stand da auch drauf, dass es 1300 Höhenmeter sind, wie es zu Beginn anderer Passstrassen in der Schweiz angegeben ist, aber das weiß ich nicht mehr genau). Lange Zeit ist die Steigung sehr mäßig und ich komme gut voran. Das liegt auch daran, dass Quellwolken aufziehen, die immer wieder Schatten bringen. Anfangs staune ich immer wieder über die hoch am Hang klebende Gotthardtrasse, die ich gerade noch herunter gefahren bin.

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Hinter dem Gasthaus Al´Aqua wird es endgültig ernst. Die Steigung geht auf 10% und sie wird auch nicht mehr nennenswert nachlassen. 

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Immer höher geht es, schließlich kann man den größten Teil der noch zu bezwingenden Steigung erkennen (da dachte ich noch, wenn ich da oben bin, habe ich es geschafft, doch dem war nicht so, es ging danach noch lange weiter).

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Immer wieder halte ich an, um zu Fotografieren, aber auch, um nach Luft zu schnappen. Ich habe leichte Probleme mit dem Kreislauf und mir ist etwas schlecht. Ich bleibe öfters stehen, trinke viel. So komme ich nach und nach weiter nach oben. 

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Trotz der leichten Beschwerden ist das ein traumhafter Pass. Ich denke unterwegs, für so eine Strasse lohnt es sich, ein halbes Jahr zu trainieren.

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Schließlich bin ich oben. Auch diese Passhöhe ist nicht berauschend, aber man hat doch schöne Ausblicke. 

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Allerdings braut sich da einiges zusammen, so dass ich schnell die Abfahrt antrete. Es beginnt auch schnell zu Grummeln. Die Abfahrt ist genial. Nur einige Wochen ist der Pass offen, wie dieses Bild deutlich macht.

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Die Strasse scheint am Berg zu kleben. Flott geht es hinunter, das Gewitter kommt immer näher. 

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Viel zu schnell ist die Klasse-Abfahrt in Ulrichen zu Ende, ich fahre noch bis Oberwald, steige dort in den Auto-Verlad (da hängt hinten ein Waggon für Fahrräder dran). In Realp ist die Bahnfahrt zu Ende, es folgen noch schnelle 9 Kilometer bei Rückenwind bis Andermatt und die tolle Tour ist zu Ende.

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Das Bild entstand kurz vor Oberwald. Fand ich wegen der gewittrigen Stimmung toll.