19. Juni: Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Nach einer überraschend kühlen Nacht geht es am nächsten Morgen um 6.00 zunächst mit dem Auto nach Heiligenblut. Die lange Anfahrt über den Iselberg möchte ich mir angesichts der Hitzeerfahrungen des Vortages ersparen. Um 7.30 parke ich kurz vor dem Ort und es geht los.

In der Morgenfrische und weitgehend noch im Schatten ist der erste lange Anstieg bis zum Kasereck kein Problem. Dann geht es erst einmal wieder bergab. Bei der Gabelung Glockner/Hochtor halte ich mich links. Die Steigung nimmt wieder zu, die Temperatur auch, aber es gibt immer noch viele schattige Abschnitte.

Schließlich komme ich um eine Ecke und sehe weit voraus das Ziel. Aber es sind noch fünf Kilometer. Auf steigende Abschnitte folgt auch immer wieder etwas Erholung.

Die Baumgrenze ist überfahren, die Strasse zieht sich am Hang entlang. Ich genieße es, dass es noch lange nicht so stechend heiß wie am Vortag ist. Auch der noch sehr geringe Verkehr ist angenehm. Vom Glockner her weht sogar immer wieder eine kalte Brise herunter.

Schließlich beginnt die letzte Kehrengruppe und die Galerie. Tolle Trassenführung. Der Verkehr nimmt allmählich zu. In der Galerie ist es noch einmal sehr steil.

Dann bin ich so gut wie oben. Knapp 2,5 Stunden habe ich gebraucht. Noch ein paar Meter, eine letzte Kurve nach den ersten Parkplätzen - und das bekannte und dann doch atemberaubende Panorama des Glockners und seines Gletschers liegt vor mir. Zumindest, wenn ich nach links schaue.

Schaue ich nach rechts, dann sehe ich das ebenfalls atemberaubende riesige Parkhaus. Noch ist es ziemlich leer. Ich bleibe ein Stündchen, schlendere herum, mache Photos. Allmählich fühlt sich die Höhe. Ich frage mich, wie das hier im Hochsommer wohl zugeht...

Die Abfahrt ist klasse. Hervorragender Straßenbelag. An der Abzweigung zum Hochtor überlege ich kurz, ob ich da noch rauffahren soll. Ein Blick nach oben und die Entscheidung ist klar: praktisch nirgendwo Schatten. Und jetzt gegen Mittag brennt die Sonne wieder kräftig. Ich rase also weiter nach unten, finde mein Auto gerade noch im Schatten, fahre zurück zum Tristacher See, lege mich unter einen Baum und lese. Bei 32 Grad im Schatten.
