23. Juni: Fedaja
Heftige Rückenschmerzen und die nach wie vor anhaltende große Hitze bewegten mich, die letzte geplante Tour deutlich zu verkürzen. Ursprünglich wollte ich 70 Km über den Fedaja und zurück über den Pordoi fahren. Der Kräfteeinbruch am Giau und ein Sonnenbrand trotz Creme hatten mich schon zweifeln lassen, ob ich das wirklich wagen sollte, die Beschwerden an der Bandscheibe gaben dann den letzten Ausschlag, "nur kurz" auf den Fedaja und zurück zu fahren. Den Pordoi hatte ich ja auch schon 1995 gefahren.

Gesagt, getan. Früh um 7.15 bei angenehmer Kühle stieg ich aufs Rad in Canazei. Die Steigung beginnt nach etwa fünf Kilometern und wird nicht mehr nachlassen. Aber in der morgendlichen Kühle geht es sehr schnell bergauf. Ich merke, dass die Kraft schon da ist, dass für längere Stecken in diesem Jahr die Hitze mein größter "Gegner" gewesen ist.

Andererseits hatte ich so die Chance, wunderbare Ausblicke zu genießen und schöne Photos machen zu können. Die Marmolada ist einfach ein unglaublicher Berg.

Oben angekommen (nach etwa einer Stunde) fahre ich am See entlang.

So gegen 8.30 merke ich auch hier oben auf 2000 Metern, dass die Sonne wieder zu brennen anfängt. Ich mache noch ein Photo vom Anstieg hinauf zum Fedaja:

Dann lasse ich es gut sein und fahre zurück. Um 9.00 bin ich wieder auf dem Campingplatz, packe zusammen, dusche und mache mich auf die hitzige Rückfahrt nach Deutschland.
Ich übernachte noch einmal auf einem Campingplatz vor Mittenwald. Dabei entsteht am Abend dieses Bild:

Es zeigt neben dem aufgehenden Mond vermutlich Sonnenwendfeiern auf den Höhen um Mittenwald.
Am nächsten Morgen um 6.00 werde ich durch leichtes Tröpfeln wach. In großer Eile packe ich zusammen, dann beginnt es wie aus Eimern zu schütten und zu gewittern. Das hört lange nicht auf. Später erfahre ich, dass in dieser Nacht über ganz Süddeutschland heftige Unwetter niedergegangen sind. Davon bin ich verschont geblieben. Aber die große Hitze, die mir in diesem Jahr zu schaffen gemacht hatte, ging in dieser Nacht und am nächsten Tag in den Alpen zu Ende. Ich dagegen fuhr nach Hause Richtung Niederrhein. Es war alles in allem ein toller Urlaub in den Alpen.