Col du Galibier
Freitag, 10. September 1999
Nach der Fahrt auf den Col de la Croix de Fer nahm ich am nächsten Tag den Galibier in Angriff. Allerdings startete ich nicht bereits in St. Michel, sondern erst oberhalb des Telegraphe in Valloire. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Höhe nach der anstrengenden Fahrt über der Croix de Fer schaffen würde und ging auf "Nummer Sicher". Hinterher sagte ich mir, dass ich es wohl geschafft hätte. Tja, da war´s zu spät. Die Strasse über den Telegraph ist aber in sehr gutem Zustand, aber lang und gleichbleibend steil. Der Verkehr ist auch nicht gerade wenig, was in den vielen engen Kurven unangenehm ist, weil man schlecht sieht und gesehen wird. Es war jedenfalls wieder wunderbares Wetter, warm. In Valloire geht es gleich richtig los, mehrere Kilometer geht es mit ca. 10% steil bergauf. Dann wird es flacher und die Strasse schlängelt sich Richtung Süden immer weiter in die Berge. Die Aussicht wird immer beeindruckender, karge Felsen mit etwas grünem Gras, wieder Schafe auf etwa 2000 Meter - und Touristen, viele Touristen. Besonders unangenehm sind einige der vielen Motorradfahrer, die mit hoher Geschwindigkeit bergauf jagen und teils nur sehr knapp an mir vorbei huschen.
Ich erreiche das kleine Restaurant Plan Lanchart. Danach wird es "richtig" ernst. Die Strasse beginnt über mehrere Kehren und viele weitere Kurven kräftig anzusteigen.

Schwindelerregende Strassenführung
Dabei fällt es rechts und links sehr steil ab, daß mir schwindelig wird. Nicht angenehm, zumal es auch weitgehend keine Randsicherung gibt. Ein Fahrfehler und dann geht es steil bergab...

Immer wieder Aufschriften: Team Telekom, Erik, Udo, Jan...
Ich bin froh, als ich ein kleines Plateau erreiche. Von hier aus ist die Passhöhe weit voraus zu erkennen.

Beginn der endlosen Kehre -
im Hintergrund verläuft sie in der Bildmitte von rechts nach links
In einer schier endlos scheinenden langgezogenen Kurve geht es weiter nach oben, aber nicht mehr ganz so steil. Kurz vor dem alten Scheiteltunnel beginnen noch einmal Kehren, harte Kehren. So richtig aus der Puste komme ich aber doch nur auf dem letzten Kilometer hinter dem Scheiteltunnel bis zur Passhöhe. Hier ist die Strasse sehr steil.

Blick nach oben zur Passhöhe
Ich komme auf der Passhöhe an und mir entweicht ein überraschtes "Ohh!", als ich jenseits der Höhe die vergletscherten Hänge der Meije sehe.

Das Schild der Passhöhe. Es ist so eng, daß alles zugeparkt ist
Nach der Kargheit der Berge während der Auffahrt hätte ich damit nicht gerechnet. Die Passhöhe ist sehr eng, ich steige die ca. 200 Meter bis zur table d´orientation und mache Photos. von hier oben habe ich einen tollen Blick über die Passauffahrt und staune wieder einmal über die Möglichkeiten, hier hinauf eine Strasse zu bauen.


Zweimal Blick von einem Platz oberhalb der Passhöhe
Insgesamt waren es von Valloire 18 Kilometer und 1200 Höhenmeter. Gebraucht habe ich hinauf etwas mehr als 2 Stunden, hinab ging es in knapp 40 Minuten.
Link zum Pass mit einer Tabelle Kilometer/Höhenangabe: http://www.savoie-maurienne.com/sites/s_velo/cols.htm
