MJ

Von Andermatt über den Oberalppass nach Flims (20. Juni)

75 Kilometer

ehr gut geschlafen, strahlend schönes Wetter, angenehme Temperaturen - also gute Voraussetzungen für den ersten Abschnitt meiner Reise. Den Oberalppass war ich  ja bereits 2003 gefahren und wußte, dass er nicht schwer ist. Allerdings hatte ich noch nie einen solchen Pass mit Gepäck gefahren. 

2007

Und das wurde auch ganz schön hart! Dazu die erste Tour gleich mit einem Anstieg zu beginnen, war zusätzlich sicher problematisch. So hatte ich auch am Anfang ganz schön zu beißen, meine Lunge flatterte ganz schön. 

Immer schön in Nachbarschaft der Bahnlinie verläuft die Trasse, zwischendrin dann mal ein paar Blicke zurück nach Andermatt und Richtung Furka.

2007

Nach der Hälfte der Auffahrt wurde es etwas flacher und es lief leichter. Es kommt freundlicherweise auch ein schöner Rückenwind auf.

2007

Nach 1,5 Stunden  erreiche ich dann die Passhöhe.

2007

2007

Auch vor der ersten Abfahrt mit soviel Gepäck hatte ich vorher etwas Muffesausen - aber das war völlig überflüssig. Das Rad rollte gut, die Bremsen hielten ohne Schwierigkeiten.

2007

So ging es den Pass hinunter, schöne Kurven, tolle Aussichten.

2007

Sedrun erreiche ich schnell und werfe einen kurzen Blick auf die Tunnelbaustelle. 

2007

Dann geht es weiter hinab nach Disentis.

Die Abzweigung zum Lukmanier lasse ich rechts liegen und fahre weiter das Rheintal hinab. Die Strasse ist weitgehend in sehr gutem Zustand, so geht es flott voran.

2007

Allerdings wird es zunehmend heißer und mir schwant schon so einiges. Schließlich hatte mir die große Hitze 2004 und 2005 in Savoien jeweils ganz schön zu schaffen gemacht und an der Kondition geknabbert.

Als ich Illanz erreiche, ist es praktisch windstill und ein Thermometer an einer Sparkasse zeigt 30 Grad (im Schatten). Das auf meinem Tacho zeigt 43 Grad...

Als ich Schluein erreiche und den Anstieg nach Flims in Angriff nehme, sind meine Wasserflaschen bereits leer. Doch wunderbarer Weise steht da ein Brunnen mitten im Ort, ich trinke erst mal einen Liter und mache die beiden Flaschen wieder voll. Oben angekommen, sollten sie wieder fast leer sein.

Der Anstieg ist zunächst mörderisch: so um die 10%, kein Schatten, Hitze und viel Verkehr. Es ist unglaublich anstrengend. Ich bin schon so platt, dass ich überhaupt nicht mehr ans das Photografieren denke, erst später wird mir bewußt, dass ich auf dem ganzen Anstieg kein einziges Photo gemacht habe... Dazu kommt noch, dass mir an diesem Tag die Tour de Suisse entgegenkommt. Wenn ich nicht rechtzeitig oben bin, bedeutet dass eine zusätzliche Zwangspause. 

Naja, es war einer kräftezehrendsten Anstiege meiner "Karriere". In einer Baustelle mit sehr schlechten Strassenbelag muss ich eine Weile sogar schieben, nix geht mehr. Da ich keine Karte dabei hatte, wußte ich überhaupt nicht, wo ich mch jeweils befand. Ich erreiche Laax, frage einen der bereits aufgestellten Streckenposten, wiel lange es noch bis Flims ist. "Fünfzehn Minuten" kam als Antwort. Ups, dachte ich.

Schließlich erreiche ich dann doch noch Flims. Hotel des Alpes heißt es gleich zu Beginn. Ich bin mir nicht sicher, ob das schon meine Unterkunft ist. Ich frage und erfahre, dass das Alpenhotel Flims weiter unten liegt. Immerhin geht es bergab. Endlich, fast am Ortsausgang steht das Hotel.

Alles steht schon draußen, ein Lautsprecherwagen kündigt die Tourspitze in 9 Minuten an. Ich stelle mich so lange in den Schatten und als die Fahrer vorbei kommen, mache ich natürlich ein paar Photos.

2007

2007

Dann rein ins Hotel und , hurra!, mein Zimmer hat eine Badewanne. Ich lege mich rein und entspanne erst mal meine Muskeln... Später genieße ich den vorzüglichen Service in dieser Unterkunft: kostenlosen Kaffee und Kuchen, sehr freundliche Mitarbeiterinnen. Abends zieht es sich dann zunehmend zu.