Matthias Jung

 

 

 

Col de la Madeleine (Dienstag, 28. Juni)

 

Als letzte Tour stand der Madeleine auf dem Programm. Im letzten Jahr war ich ihn von Süden aus hochgefahren und fand die Abfahrt toll, so dass ich mir damals schon sagte, also, hier fährst du auch noch mal von Norden aus hoch.

Ich startete bei gutem, schon sehr warmen Wetter in La Chambre, also am Ende der Abfahrt. 70 Kilometer ist die "Anfahrt" lang, aber es gab keine Schwierigkeiten. Die gut ausgeschilderte Strecke führt zwar manchmal etwas abseits und dafür dann auch noch mal in die Höhe, aber immer noch besser, als auf den Hauptstraßen zu bleiben.

Aber dann ist Feissons erreicht und der Anstieg beginnt gleich mit so um die 10%. Zum Glück weitgehend im Schatten. Das Wetter hatte sich auch ein wenig zu wolkig verändert, was mir ganz entgegen kam, denn es war schon wieder über 30 Grad heiß.

Madeleine

Die Straße schlängelt sich ewig nach oben (insgesamt ist der Anstieg 26 Kilometer lang).

Madeleine

Dann ist das erste Dorf erreicht und schnell durchfahren.

Madeleine

Immer weiter geht es nach oben, ab und zu ist auch mal ein Flachstück dabei. Das ist gut, denn durch die Hitze geht die Sache ganz schön an die Kondition. Weit mehr als 6 Liter Wasser werde ich verbrauchen, mehr als einmal habe ich unterwegs nachgefüllt.

Madeleine

Mal ein Blick zurück. Die ganze Sache ist recht unspektakulär von den Aussichten.

Madeleine

Die nächste Ortschaft. Das Wetter wechselt ständig, damit auch die Temperatur, mein Tacho zeigt je nach Bewölkung zwischen 27 und 38 Grad an. Und die Sonne sticht, wenn sie rauskommt...

Madeleine

Endlich erreiche ich dann die Kehrengruppe vor der Passhöhe. Hier ist es mal so, dass man die Höhe praktisch erst im letzten Moment sehen kann. Zurück geblickt, taucht dann auch der Mont Blanc auf, allerdings nicht auf meinen Photos, es war zu diesig und wolkig. 

Madeleine

In den Kehren sind es bestimmt wieder 10% Steigung.

Madeleine

Madeleine

Doch dann komme ich um eine Kurve - und bin erleichtert, endlich oben zu sein. Selten habe ich eine Passhöhe so herbei gesehnt wie diese. Ich bin völlig geschafft, das hier hat mich mehr angestrengt als der Iseran oder der Galibier. Vielleicht habe ich mich auch etwas übernommen, weil ich 
a) wußte, dass es die letzte Tour sein würde oder 
b) Angst davor hatte, dass sich das zuzieht und gewittert, bevor ich oben bzw. wieder unten bin 

Madeleine

Ein Photo und dann geht es wieder runter. 

Madeleine

Bis auf dieses eine Bild mache ich keine weiteren mehr, im letzten Jahr habe ich die Auffahrt ja ausreichend photografiert.

Madeleine

Durch Backofenhitze geht es steil hinab, endlich bin ich unten und froh, dass es auf dem Campingplatz ein Schwimmbad gibt.

Gegen Abend kam dann die erwartete Abkühlung in Form eines Gewitters, es folgte die erste kühlere Nacht dieser Reise. Am nächsten Morgen regnete es erneut, so dass ich ohne großes Bedauern einen Tag früher als geplant nach Deutschland zurück fuhr. Zumal mir ein scharfes Steinchen etwa nach der Hälfte der Auffahrt zum Madeleine einen Teil des Profils des Vorderreifens weggerissen hatte und ich permanent Angst hatte, dass sich da noch mal ein Stein reinsetzt und dem Reifen und dann auch dem Schlauch den Rest gibt... Ursprünglich hatte ich daran gedacht, den Urlaub mit einer Tour um den Lac du Bourget ausklingen zu lassen, aber darauf konnte ich nun gut verzichten.