Col du Petite Saint Bernard (Sonntag, 13. Juni)
Eigentlich wollte ich an diesem Tag den Galibier fahren, aber als ich einige Tage zuvor mit dem Auto drüber gefahren war und all den Schnee dort liegen sah, bekam ich etwas kalte Füße. Auf der Suche nach einer Alternative kam ich auf den Col du Petite Saint Bernard (Kleiner St. Bernhard).
Von Bourg St. Maurice aus, einem langweiligem kleinen Städtchen ging es über Seez los. Das Wetter war hier unten mäßig warm so um 17 Grad um 9.00 in der Früh.
Der Pass ist sehr leicht zu fahren. Die maximale Steigung soll um 9% liegen, aber das können nur kurze Abschnitte sein. Meist geht es so um die 5% sehr gleichmäßig nach oben. So schnell wie bei diesen Pass habe ich - soweit ich mich erinnern kann - die Höhe erreicht.

Nach und nach komme ich höher. Die Wolken ziehen über mir hin und her, so als könnten sie sich nicht entscheiden, was aus ihnen werden sollte. Das gab für mich jedenfalls ständig neue Eindrücke.

Die Sonne schien aber nur selten und so wurde es allmählich auch kühler.

Bis Rosiere passiert nichts weiter. Nach dem Ort auf 1850 Meter kommt dann der letzte und dann auch spannendste Abschnitt.


Immer wieder halte ich an, um das Spiel der Wolken mit der Kamera fest zu halten.

Schließlich, nach einer Rechtskurve liegen die letzten 4 Kilometer bis zum Hospiz auf der Passhöhe vor mir.

Und so sieht es nach hinten aus. Tief unten im Tal Bourg St. Maurice.

Es liegt am Rand noch recht viel Schnee. Damit hatte ich auf knapp 2200 Metern nicht gerechnet. Auf dem Galibier lag nicht viel mehr und der ist mehr als 400 Meter höher. Allerdings wurde mir nun verständlich, warum der Iseran (2770 Meter) immer noch Wintersperre hat...

Dann bin ich oben. Wieder einmal eine eintönige Passhöhe. Im Vergleich zu den anderen Straßen, die ich befahren hatte, war hier fast nichts los. Ich fahre noch die paar Meter bis zur italienischen Grenze, um in diesem Jahr wenigstens eine Minute in Italien gewesen zu sein...

Der Blick zurück auf das ca. 500 Meter vor der Passhöhe liegende Hospiz.

Schnee, Wolken und das mächtige Hospiz bilden einen interessanten Kontrast.

Für einen Moment reißt die Wolkendecke auf und gibt einen Gipfel frei.

Vor der Abfahrt noch einen Blick auf die imposante Statue des Heiligen Bernhard. Es scheint so, als würde er hier oben alles bewachen oder doch zumindest im Blick haben.

Es folgt die 30 Kilometer lange Abfahrt. Sie wird zur Tortur. Die Straße selber ist zwar prima, aber hier oben hat es nur noch 8 Grad und ein überaus kalter und kräftiger Wind weht mir entgegen. Und ich mit kurzer Hose, Trikot und Windjacke. Binnen kürzester Zeit bin ich buchstäblich steif gefroren. Ein paar Mal muss ich anhalten, um die klammen Finger zu lockern, die ich ja zum Bremsen brauche. Erst seit weit unten wird es wärmer und ich bin heilfroh, als ich mich in mein von der Sonne aufgeheiztes Auto setzen kann...