Fazit 2004
- 1999 war ich schon einmal hier und hatte die Strassen in guter Erinnerung, den Rest aber fad ich teilweise schrecklich: viele "Bausünden", viel Industrie, viel Dreck in der Luft. Nachdem ich in diesem Jahr auch mit dem Auto herum gefahren bin, hat sich der Eindruck deutlich gebessert. Ich kann nicht beurteilen, ob das nur auf meine Wahrnehmung zurück zu führen ist oder ob sich da - gerade was die Luftverschmutzung anbetrifft - einiges getan hat.
- Savoien hat einen ganz eigenen Charme. Es ist etwas herb, nicht so warm und "südländisch" wie z.B. Südtirol. Das Grün, welches hier vorherrscht, ist das von Laub- und Nadelbäumen. Die Berge sind beeindruckend hoch, und wo der Mont Blanc zu sehen ist, da beherrscht er alles.
- Ganz besonders ist mir immer wieder der Abwechslungsreichtum aufgefallen. Ich fahre einen Pass hoch - und auf der Abfahrt herrscht eine völlig andere Stimmung vor. Sicher, das gibt es auch in anderen Gegenden, aber hier ist es mir gehäuft aufgefallen. Es führt dazu, dass ich mich ständig fragte, was kommt jetzt?
- Savoien bietet für Radfahrer eine Vielzahl von spannenden Strecken. Nicht nur die "großen" Strassen, die durch die Tour bekannt sind, lohnen sich, sondern auch viele andere. Von daher werde ich - so es mir vergönnt sein wird - nicht zum letzten Mal hier gewesen sein.
- Ich hatte unglaubliches Glück mit dem Wetter. Die Pässe (bis auf den Iseran) waren (gerade) auf, es war anfangs heiß, dann kühler, aber immer sonnig. Nach meiner Abreise sollte es dann schlechter werden. Wenn ich an die 8 Grad auf dem St. Bernard denke, hätte ich bei insgesamt kühlerem Wetter durchaus mit Schnee auf dem Galibier rechnen können... Trotzdem ist der Juni ein toller Monat, da eben alles in den Höhen blüht.
- Diese Radreise stand unter dem Einfluß der diesjährigen Tour de France. Am 21. Juli Bergzeitfahren nach Alpe d`Huez (http://www.letour.fr/2004/presentationfr/profil16.html), am nächsten Tag die Fahrt über Glandon, Madeleine, Tamie, Forclaz und Croix Fry. (http://www.letour.fr/2004/presentationfr/profil17.html) Fast die ganze Strecke bin ich abgefahren, wenn auch teils nur mit dem Auto. Es ist mir unbegreiflich, wie man diesen langen weg mit all den Anstiegen an einem Tag bewältigen kann.
- Allerdings sind noch viele Strecken nicht befahren. Gerade die große Abwechslung hat mich ja fasziniert, so dass ich - falls möglich - bald noch einmal hier her kommen möchte. Mögliche und reizvolle Ziele wären:
- der Galibier von beiden Seiten
- der Saisies
- der Colombiere
- der Madeleine von Norden aus
- der Joux Plane (eigentlich stand der auch für 2004 auf dem Programm, hat aber dann doch nicht "gepasst")
- der Iseran
