MJ

Col de la Croix Fry und Col des Aravis (Samstag, 12. Juni)

Ursprünglich hatte ich mal geplant, über den Colombiere und den Aravis an einem Tag zu fahren. Das wären aber noch einmal weit mehr als 100 Kilometer geworden. Als ich dann im Frühjahr erfuhr, dass die Tour im Juli über den Col de la Croix Fry fahren würde und ich feststellte, dass man diesen Pass gut mit dem Aravis verbinden kann, entschied ich mich endgültig gegen den Colombiere.

Die Luft war noch feucht, Schauer hingen in den Bergen. Ich startete ich Ugine, musste bis Farverges höllig auf den Verkehr aufpassen. Dann aber, Richtung Thones und den Col Marais wurde es deutlich ruhiger.

Aravis

Recht einsam fuhr ich die Strasse nach oben, unschwieriger Verlauf, ganz schöne Aussichten.

Aravis

Immer wieder zogen Wolken über mich hinweg, aber bis auf ein paar Spritzer blieb ich trocken.

Dann erreichte ich den Col Marais und fuhr hinab Richtung Thones. Und an der Abbiegung zum Col de la Croix Fry geriet ich völlig unverhofft in ein Abenteuer besonderer Art.

Aravis

Ein "Jedermann"-Rennen zog gerade mit Hunderten von Radfahrerinnen und Radfahrern über den Pass. Da die Strasse nicht für den normalen Verkehr gesperrt war, reihte ich mich ein und ließ mich (zunächst) von unzähligen Rädern überholen. 

Aravis

Trotzdem machte das eine Menge Spaß, mal so umgeben von Radfahrerinnen und -fahrern einen Col hoch zu fahren. Die Bewölkung wechselte ständig, schöne Aussichten und tolle Lichtkontraste.

Aravis

Und dann, je weiter ich nach oben kam, fing ich an, einen nach dem anderen zu überholen. Natürlich nicht alle, aber doch eine ganze Menge. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet, machte aber richtig Spaß. Den anderen natürlich weniger. Schließlich fuhr ich im Gegensatz zu ihnen mit einem Trekkingrad mit Gepäcktasche und nahm auch nicht an dem Rennen teil. Als ich etwas darauf achtete, merkte ich, dass so mancher mit der großen Übersetzung seinen Rennrades seine liebe Mühe hatte, während ich mit der kleineren Übersetzung besser klar kam. Denn merkwürdigerweise überholte ich immer in den steilsten Passagen, wurde es flacher, hatten die anderen Vorteile.

So erreichte ich viel schneller als gedacht den Pass. Offenbar hatten mich die anderen auch dazu gebracht, flotter als üblich nach oben zu fahren. So ein gut geführtes Rennen (Verpflegung, Photos, Reparaturstelle, medizinische Betreuung) hatte auch für mich Vorteile, wie das nächste Bild zeigt.

Aravis

Dann war ich oben.

Aravis

Ein erster Blick voraus auf die Abfahrt. Sie ist nicht lang und auch nicht so steil, aber im oberen Teil in extrem schlechtem Zustand. Ob sich da bis zur Tour im Juli noch was tut?

Aravis

Kurz vor Ende der Abfahrt ein ersten Blick hinüber zum Col des Aravis.

Aravis

Noch mal 250 Höhenmeter. Aber das ist gar kein Problem, auch weil ein kräftiger Wind von hinten bläst und es im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen fast schön kühl ist (so um die 22 Grad).

Aravis

Dann ist auch das geschafft und ein etwas extravaganter Schweizer mit einem ebenso ausgefallenen Fahrrad (im Vordergrund) schießt das Photo.

Aravis

Dann geht es hinab. Noch 40 Kilometer sind es bis nach Ugine, fast alle führen bergab. Zunächst noch tolle Ausblicke (im Bildmittelpunkt ist der Mont Blanc in den Wolken gerade noch erkennbar).

Aravis

Die Strasse in bestem Zustand, das Gefälle nie zu stark, viele Kurven.

Aravis

Nach einiger Zeit wird es dann etwas eintöniger, la Giettaz wird durchfahren. Erst kurz vor der Einmündung auf die Strasse, die von Ugine nach Megeve führt, wird es in einer Schlucht wieder interessanter.

Aravis

Und ganz toll sind dann die letzten Kilometer auf der Strasse hinab nach Ugine durch die Gorges de l`Arly. Breite Strasse, sehr wenig Verehr am Samstagnachmittag, da wage ich es auch schon mal und komme auf Geschwindigkeiten bis an die 50 km/h.

Aravis

Das letzte Bild entsteht am Nachmittag und gehört "eigentlich" nicht hierher. Ich fahre noch mit dem Auto über den Col de la Forclaz und mache unterwegs dieses Bild vom wunderbar blauen Lac d`Annecy.

Aravis