Matthias Jung

 

 

 

Alpe d`Huez (Freitag, 11. Juni)

 

Am nächsten Tag steckte mir der Madeleine noch in den Knochen und es waren für den Nachmittag Gewitter abgesagt. Daher fuhr ich mit dem Auto über den Glandon nach Bourg d'Oisans - und von dort nach Alpe d`Huez. Vor fünf Jahren war ich hier zwar auch schon mal gefahren, aber ich wollte das unbedingt wiederholen. 13 Kilometer, 21 Kehren und der ständige Hauch der Tourgeschichte. Klingt etwas pathetisch, aber man kann der Tour auf dieser Straße nicht entgehen.

Ein kleines Schild und dann beginnt gleich die Steigung mit 10%.

Alpe de Huez

Alle Kehren sind nummeriert und enthalten den Namen eines Gewinners in Alpe d`Huez. Als alle 21 Schilder voll waren, wurden 2001 neue hergestellt, die untersten zwei enthalten nun je zwei Namen. Einer wird sich hier in Juli dann bei der Kehre 19 verewigen...

Alpe de Huez

Es ist noch kühl, aber deutlich schwüler als in den Tagen zuvor. Zunächst verläuft die Straße noch im Schatten.

Alpe de Huez

Wie schon 1999, so bevölkern auch heute wieder Scharen von Radfahrern (und etlichen -fahrerinnen) den Berg.

Alpe de Huez

Langsam komme ich höher und der Blick zurück wird möglich. Von oben kann man den faszinierenden Streckenverlauf viel besser erkennen als von unten. 

Alpe de Huez

Auf dieser Straße gelingt mir etwas, an das ich mich sonst kaum erinnere: ich kann andere Radfahrer überholen! Manch einer schiebt schon sehr weit unten, andere keuchen heftig. Die allermeisten aber ziehen gleichmäßig wie ich (nur schneller) nach oben.

Alpe de Huez

Die Strecke ist von unten bis oben in erstklassigem Zustand. Glatter Asphalt, prächtig zu befahren. Ganz wenig Rollwiderstand (daher muss ich auf dem Rückweg kräftiger bremsen als sonst). An den Stellen, die noch nicht tadellos sind, wir eifrig gearbeitet. Man schmückt sich für das Bergzeitfahren bei der Tour 2004.

Alpe de Huez

Ich erreiche Huez. Hier macht die Straße einen Knick nach links - und die Hotelsiedlung steht vor Augen. Noch knapp 500 Höhenmeter.

Alpe de Huez

Je höher man kommt, desto schöner wird auch die Bergwelt auf der gegenüberliegenden Talseite.

Alpe de Huez

Schließlich kommen die letzten Kehren. 

Alpe de Huez

Kurz vor der Kehre 1 noch ein Blick zurück.

Alpe de Huez

An Kehre 1 ist die Straße unglaublich breit. Superneuer Asphalt, daher (leider noch) keine Aufschriften.

Alpe de Huez

Noch einmal ein Blick zurück, kurz vor den ersten Häusern.

Alpe de Huez

Dann ist Alpe d`Huez erreicht. Die Straße führt noch mit ein paar Kurven durch den Ort. Die Ziellinie bei der Tour dürfte auf dieser breiten Straße verlaufen, leider gab es aber keinen Hinweis.

Alpe de Huez

Ich halte mich nicht lange hier oben auf, da sich erste Wolken über den Kamm schieben und auch über den Bergen in der Ferne bilden sich mehr und mehr Wolken. Es folgt noch eine rasende Abfahrt, die ich richtig genießen kann, da ich keinerlei Angst vor Schlaglöchern oder ähnlichem zu haben brauche.

Alpe de Huez