MJ

Penser Joch und Sarntal
(1. September 2000)

Vermutlich hat jeder Mensch Ziele, die er erreichen will, Träume, die er wahr werden sehen möchte. Eine Radtour durch das Sarntal über das Penser Joch war seit Jahren solch ein Traum für mich. Ich weiß nicht, wann ich erstmals mit dem Auto hier langgefahren bin, es muss bald 20 Jahre her sein. Als ich vor acht Jahren anfing, regelmäßig Rad zu fahren und einmal im Jahr in die Berge mit dem Rad zu fahren, war einer der Auslöser dieser Wunsch, einmal aus eigener Kraft diese Strasse zu befahren. 1993 und 1995 wurde nichts daraus. Diesmal aber war es soweit. Diesmal würden mich die Tunnel, die Strasse und der Verkehr nicht abschrecken. Frühmorgens bei sich aufklarendem Wetter ging es los. Die ersten Kilometer noch in der Ebene, geht es dann zur Sache.

13% beträgt die Steigung und das Kilometer um Kilometer. Das Eisacktal bleibt schnell zurück.

2000

Es ist ziemlich kühl. Bei Egg geht es dann ab in die Berge hinein, die Steigung hat zwar etwas nachgelassen, aber an Ausruhen ist nicht zu denken.

2000

Recht früh erkenne ich die Passhöhe mit dem Gasthof Alpenrose am Hang voraus.

2000

 

Es ist zwar noch sehr weit, aber es motiviert doch. Nur langsam kommt das Ziel näher. Die Landschaft wird eintönig, erinnert mich an die öden Steinwüsten der Savoier Alpen.

Schließlich erreiche ich das Penser Joch.

2000

Phototermin, Kleiderwechsel.

Dann weiter. Auf den ersten Kilometern stürzt die Trasse atemberaubend einem Talkessel entgegen. Immer wieder halte ich an, schaue mich kopfschüttelnd um.

2000

Unten im Kessel wird es flacher. Noch eine Weile kann ich die Strasse weit oben am Berg verfolgen, dann geht es ins Tal hinein.

Liebliche Landschaft, grün, Wasser. Es geht flott voran, im Schatten des Waldes sehr frisch, in der Sonne recht warm. Lange Zeit passiert nichts, bis weit unten die Tunnel beginnen.

Die Fahrt durch diese Schlucht ist aufregend, bald nach jedem Tunnel ein anderes Szenario.

2000

Die Tunnel sind teils beleuchtet, die Strasse aber durchgehend gut und offenbar für schwere LKW gesperrt (das war früher meines Wissens anders!).

Schließlich erreiche ich die Ausläufer von Bozen, sehe weit voraus den Mendelkamm. Ich suche mir durch das Strassengewirr den Weg zum Bahnhof – denn das Eisacktal hinauf nach Sterzing wollte ich nicht mit dem Rad.

Zumal ich diese Strecke am nächsten Tag in umgekehrter Richtung fahren wollte.