MJ

Gampenjoch, Mendelpass, Kalterer See
(6. September 2000)

 

Die letzte große Radtour dieses Urlaubes! Das Gampenjoch kannte ich vorher nur vom Auto. Eine Fahrt hinauf wollte ich mit dem Mendelpass und einem Abstecher zum Kalterer See verbinden. Alles in allem etwa 100 Kilometer, warum auch nicht. Das Wetter war traumhaft, warm, die Sonne schien. Bis Lana passiert nichts. Außer Apfelbäumen, Tausenden von Apfelbäumen.

Dann beginnt die Steigung. Aber es wird nie richtig schwierig, so maximal 8%. So schlängelt sich die Strasse hinauf. Immer wieder tolle Blickwinkel ins zurückbleibende Etschtal. Dazwischen Wald. Weiter oben wird es langweiliger, aber nicht anstrengender. Immer mehr Wald verdeckt die Sicht, nur an zwei, drei Stellen lassen sich die gegenüberliegenden Dolomitengipfel mal sehen. Irgendwann erreiche ich das völlig belanglose (dafür aber mit vielen Touristen bevölkerte) Joch.

Nun beginnt die Klasse-Abfahrt hinunter ins Trentino nach Fondo. Zuerst nach wenig Aussicht, dann immer mehr. Schluchten werden überquert. Irgendwann taucht gegenüberliegend das Brentamassiv auf. Südtirol wird verlassen und sofort verändert sich der Stil der Häuser. Hier sieht es plötzlich aus wie in Italien, die Häuser, die Farben der Dächer, die Art der Dörfer. Faszinierend!

2000

Leider muss ich das Val di Non bald verlassen. Ab Fondo zieht sich die Strasse steil durch Malosco hinauf Richtung Mendel. Doch bald lässt die Steigung nach und auf superguter Strasse (hier kam im Frühjahr der Giro durch, liegts daran?) ist die Mendel bald erreicht.

2000

Ich raste kurz auf der Passhöhe. Weit hinten im Westen tauchen die ersten Wolken, Vorboten eines angekündigten Tiefs auf. Dann beginnt die tolle Abfahrt.

2000

Grandiose Streckenführung, wenig Verkehr, ich lasse das Rad rollen, zwischen durch Pausen zum photografieren. Viel zu schnell ist der Abzweig nach Kaltern erreicht. Dem folge ich, fahre durch St. Nikolaus hinunter zum Kalterer See. Ich halte mich aber nur kurz dort auf, die Wolken sind schon viel näher gekommen.

Der Weg nach Meran beginnt mit dem „Gegenanstieg" nach Kaltern, dann geht es durch Eppan hindurch Richtung Bozen. Kurz vor Bozen folge ich dem Abzweig nach Andrian und fahre durch die wirklich endlos scheinenden Apfelplantagen mit roten, grüne, gelben Äpfeln.

2000

Mit Hilfe von Rückenwind erreiche ich trocken Meran. Hier scheint noch die Sonne, von den Wolken über der Mendel ist hier wenig zu sehen.